Zivile Nutzung der Ermekeilkaserne
Ansicht vom Venusberg auf die Bonner Südstadt, im Hintergrund oben rechts sieht man die neu erbaute
Ermekeilkaserne (um 1900).
Derzeit ist das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) beziehungsweise die Immobiliengesellschaft GEP
noch Eigentümer der Bonner Kaserne und beschäftigt dort 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach eigenen Aussagen
wird das BMVg die Kaserne jedoch im Jahr 2012 endgültig aufgeben. Konsequenz: Im Jahr 2012 wird mitten in Bonn eine
Fläche neu zu gestalten sein, die auf Grund ihrer Lage und der Einbindung in eine bereits intakte städtische
Bebauungs- und Nutzungsstruktur ohne Übertreibung als "Filetstück" der Südstadt bezeichnet werden kann.
Größe und Lage des Grundstücks bieten die Möglichkeit für diverse Nutzungsalternativen, und
den Bewohnern der Südstadt wird sicherlich Einiges einfallen, die Fläche sinnvoll zu bewohnen und zu benutzen. Zum Beispiel
fehlt in diesem Stadtteil ein Bürger- und Begegnungszentrum mit einem zentralen Platz. Da nur der "schöne"
Teil der Kaserne Denkmal geschützt ist, steht der architektonischen Neugestaltung des restlichen Teils nichts im Wege.
Aber gerade hier liegt die große Unsicherheit: Lage und Potenzial der Fläche wecken ebenfalls das Interesse
zahlungskräftiger Großinvestoren und Spekulanten. Das Wohl der Bonner ist für sie kaum von Belang - sie sind
vielmehr motiviert von der Aussicht auf hohe Renditen.
Noch mal dieselbe Aussicht vom Venusberg aus. Die Südstadt umschließt langsam die Ermekeilkaserne (um 1900).
Die Vergangenheit zeigt, dass die Bevölkerung sich aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung beteiligen muss.
Gegenbeispiele kennen wir zu genüge, wie etwa der Bonner Bahnhofsvorplatz. Daher gilt es, rechtzeitig Einfluss auf die
Erstellung einer städtischen Bebauungsplanung zu nehmen.
Die Initiative zur Ermekeil der Bonner Südstadt
Vor diesem Hintergrund haben diverse Bonnerinnen und Bonner die Initiative zur "Konversion", also zur zivilen Nutzung, der Ermekeilkaserne gegründet. Das gemeinsame Ziel liegt auf der Hand: Es geht darum, die Bonner Bürgerinnen und Bürger vor einer Planung jenseits ihrer Interessen zu bewahren und die Fläche sinnvoll zu nutzen. Die Initiative besteht aus Vertretern und Einzelpersonen unterschiedlicher Motivation; das "Projekt" Ermekeilkaserne reizt beispielsweise Anwohner, generationsübergreifende Wohngruppen, Nord-Süd-Interessierte, Friedensgruppen, lokalpolitisch Engagierte oder Architekten.
Neuer Aufgang zum Venusberg im Umfeld der Ermekeilkaserne (um 1900).
Einige Aspekte, die Bonn derzeit noch nicht bietet, haben sich herauskristallisiert. Darauf aufbauend sieht man die
Zukunft der Ermekeilkaserne in einem "Wohn-, Arbeits- und Begegnungszentrum Südstadt". Es soll neben einem
kulturellen und entwicklungspolitischen Schwerpunkt unter anderem generationenübergreifendes, integratives Wohnen
ermöglichen. Erste Schritte (Kontakt zu den Behörden, Formulierens eines Bürgerantrages, etc.) wurden während der regelmäßig
stattfindenden Treffen bereits angegangen.
Wir laden Sie ein, sich an der Planung der Konversion zu beteiligen, Ideen einzubringen und uns aktiv oder passiv zu begleiten.
Dokumente zum Herunterladen
| Titel | aktualisiert am | Größe | Format |
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| Umfrage zur zukünftigen Nutzung der Ermekeilkaserne | 17.02.2006 | 171 KB |
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Bildquellen: Historische Postkarten, erschienen um die Jahrhundertwende.